Liedtexte

In der Mauerecke meines Zimmers hockt ein Wort.

Hockt seit 30 Tagen, doch bleibt still und geht nicht fort.

Ich kann es nicht auflesen, hab ja nichts davon.

Ich kann es nicht aussprechen. Wem nützt die Wahrheit schon?

Liegt mir fast auf der Zunge, krallt sich am Gaumen fest.

Die Luft bleibt in der Lunge, weil mein Kopf nichts entweichen lässt.

Nichts schwingt durch die Luft - das Wort versperrt sich mir.

Und gegenüber von dem Wort, hocke ich so lautlos hier.

 

Alle Worte klingen, manche dehnen unsre Seelen aus.

Alle öffnen Ohr und Lippen, manche schreit man in die Welt hinaus.

Manche klingen nicht beruhigend, steckt ein harter Zwielaut mittendrin.

Sie stiften Streit, sie stiften Krieg.

 

Ich spreche dieses Wort nicht aus, ich rette unsren Augenblick,

Doch mein ungesagtes Wort drängt sich in meinen Kopf zurück.

Wenn ich es in mir wende, sitzt es mir im Nacken, es verstopft mein Ohr.

Ich kann‘s nicht fallen lassen, es käme mir nach all der Zeit wie Verleumdung vor.

 

Ungesagte Worte stechen in die Herzen und sie bluten kalt.

Ungesagte Worte finden trotzdem tief in dir ihren Aufenthalt.

Ungesagte Worte liegen überall verstreut

Und in der Stille machen sie sich dann um so lauter breit.