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Eine unhaltbare Situation

Die rechte Hand hatte ich um den ring geklammert, so dass ich nicht nach unten stürzen konnte. Ich wusste nicht, wie lange ich ihn schon hielt. Es begann schon zu schmerzen in den Achselhöhlen. Ich wurde schwerer von Sekunde zu Sekunde.

Es war ein Glück im Unglück, dass Links eine gleich geartete Hand meinen Körper halten konnte. Von Minute zu Minute gelang es mir, das Gewicht zu verlagern, so dass es nicht ständig nur die Gelenke eines Armes auseinander riss.

Ja ich war schwer. Zwischen den Armen eingeklemmt der Kopf mit seinem bisschen Verstand, der nicht mehr recht wusste, wieso eigentlich der Körper so schwer geworden war. Wer sollte es auch gewesen sein und wie hätte ich ihn sehen können, wo alles so schwarz um mich war und schwärzer wurde von Stunde zu Stunde. Mit meinen Augen kann niemand mehr sehen und ich frage mich ob irgendetwas mich noch sieht, denn ich war nicht ganz allein. Das meldeten mir die Ohren.

Ich hatte ja noch Beine und Füße. Ich hatte noch einen kleinen Besitz. Obwohl es mich schmerzlich auseinanderriss. Ich würde mich nicht beklagen, nichts sagen und niemanden anklagen. Auch wenn die Kraft des Bodens wuchs und sog und sog. Ich wollte ja fallen, doch wo hin würde es mich ziehen. Der Fuß zwar gab mir die Richtung vor. Unten war kein Halt nur Sog. Unten war kein Grund, nur der Ring der schon ins Fleisch biss, mit soviel Kraft. Am anderen Fuss nicht besser, nicht leichter. Von Tag zu Tag die stetig wachsende Spannung in den Gliedern.

Dann nahm man mir die Augenbinde ab und gab mir einen kräftigen Hieb mit der Peitsche. “Gestehe” riefen sie und “Elender”. Doch was sollte ich sagen in das Rund der Leute, was sollte ich da noch sagen, selbst so unentschlossen, welche Richtung ich nehme.

Ich gestehe ich verlor den Halt, die Kraft mein Innen beisammen zu halten. Es riss mich auseinander. Die Pferden stoben davon, die Fetzen meines Körpers an den Ketten.

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Gedanken sind wie zügellose Pferde