Musik

123 In der Schmiede

 

Ich hock alleine in der Hütte

Und ich denke: meine Güte!

Sie ist weg, ich bin alleine,

Starr auf Wände und auf Steine.

 

Meine Liebste hat den Ring auf meinen Tisch gelegt.

Und sich dann mit ihren Schwestern ganz weit weg bewegt.

Sie flog davon, ich hatte sie viel zu lange festgehalten.

In mir steigt Kummer auf, ich könnte mein Herz,

Den Schmerz, das Erz in zwei Teile spalten!

 

Ich heiz den Ofen an, ich will doch nicht alleine sein!

Ich reiße Bäume aus dem Wald und knall sie in die Glut hinein.

Das Feuer brennt und meinen Kummer schmeiß ich auch gleich rein.

Und nehm den Hammer aus der Ecke und klopf meinen Kummer klein.

 

Gold und Silber unsrer Liebe liegt verstreut im Haus herum,

Ich sammel es ein und schmelz es in die eine Frage: Warum?

Und weil ich Künstler bin, weiß ich wie man sich von Leid befreit.

Mein Hammer klopft und meine Feile surrt, ich hab ja Zeit.

Wie andre lass ich ich mich von Liebesschmerzen nicht erdrücken.

Ich schmiede Ringe und Geschmeide und mein Gram gekrümmter Rücken

Reckt sich auf und ich hänge alle Schätze an die Decke,

Und das ging nur mit dem alten schweren Hammer aus der Ecke

 

Nun baumelt Glitzer, Tingeltangel und viel Glimmer über mir,

Die Bude voll, doch ich bin immer noch alleine hier.

Da lieg ich wach und schlaf nicht ein, und denk das ist ja alles schön,

Warum der Hammer? – Du willst es ja doch nicht sehn!

 

Aus dem Ring tropft jeden Tag ein neuer Ring!

Aus dem neuen Ring tropft ein weitrer neuer Ring!

Aus dem Ring tropft jeden Tag ein neuer Ring!

Aus dem neuen Ring tropft ein weitrer neuer Ring!

 

Ich lieg im Bett und bestaun die Hütte, ach was ist das schön!

Noch viel schöner wär‘s, ach Liebste, würd`st du auch noch mal hinsehn!

Ich lieg im Bett und bestaun die Hütte, ach was ist das schön!

Noch viel schöner wär‘s, ach Liebste, würd`st du auch noch mal hinsehn!

 

Was ist das alles schön!

Warum willst du es nicht sehn?



 

Richard Wagner (*1813+1883) wollte zwar eine "Wieland der Schmied" Oper schreiben, hat es aber nicht mehr gepackt. Das kommt davon, wenn man sich über 20 Jahre nur für Siegfried interessiert.

Damit er aber nicht ganz leer ausgeht, habe ich seine Idee der Ambosse im Orchester in diesem Lied übernommen. Fast 1:1! Und außerdem gibt's im letzten Lied ein paar typische Wagner-Kadenzen.